Goldlegierung - Schmuck

Gold in nahezu reiner Form, mit einem Feingehalt von 999 (24 Karat), wird hauptsächlich für Anlagemünzen wie den Krügerrand und Goldbarren verwendet. Es ist jedoch für die Herstellung von Schmuck und den täglichen Gebrauch ungeeignet, da es zu weich ist und Schmuckstücke leicht verformen und Kratzer erleiden würden. Aus diesem Grund erfolgt die Verwendung von Goldlegierungen.

Doch was genau ist eine Goldlegierung? Bei einer Goldlegierung handelt es sich um Gold, dem mindestens ein weiteres Metall wie Kupfer, Silber, Palladium, Platin, Zink oder Eisen beigemischt wird. Abhängig von den verwendeten Metallen ergeben sich unterschiedliche Eigenschaften und ein vielfältiges Aussehen der Legierung. Es ist wichtig zu beachten, dass Goldlegierungen nicht mit Goldimitaten oder Vergoldungen verwechselt werden sollten, da diese entweder gar kein Gold oder nur einen geringen Anteil enthalten.

Natürlich führt die Zugabe anderer Metalle zur Verringerung des Goldanteils und somit zu einer Preissenkung bei Schmuck und anderen Produkten, die Gold verarbeiten.

Mögliche Goldlegierungen

Der Feingehalt des Goldes wird bei einer Legierung in 1000stel Anteilen angegeben. So bedeutet der Stempel 333, dass in diesem Schmuckstück 333 Anteile Gold von insgesamt 1.000 Anteilen verarbeitet worden sind. Die Zusammensetzung der weiteren Metallanteile kann sich unterscheiden. Es gibt keine festen Zusammensetzungen und keine Kennzeichnungspflichten. Hauptsächlich werden Kupfer und Silber verwendet in Kombination mit weiteren Metallen.

Beispiele für Farbgestaltung durch Goldlegierungen

Am gängigsten sind Gelbgoldlegierungen. Hier sind folgende Zusammensetzungen möglich:

Gold 14 Karat Gold 18 Karat Gold 22 Karat
58% Gold
4-28% Silber
14-28% Kupfer
75% Gold
10-20% Silber
5-15% Kupfer
92% Gold
4.2% Silber
4.2% Kupfer

Früher wurde oft Nickel verwendet, das heute aufgrund der hohen Möglichkeit, Allergien auszulösen, kaum noch genutzt wird.

Durch den Zusatz von Kupfer erhält man Rotgold, legiert man das Gold mit Eisen wird es zu Blaugold und Grüngold erreicht man durch den Zusatz von Kadmium und Silber. Beim beliebten Weißgold wird Palladium zugesetzt.

Bei Legierungen mit geringem Goldgehalt kann sich das Schmuckstück verfärben und schwarze Ablagerungen auf Haut und Kleidung hinterlassen.

Eigenschaften von Goldlegierungen

Durch den Zusatz anderer Metalle verändern sich neben der Farbe die Härte des Goldes, der Abrieb und die Korrosionsbeständigkeit. Gängig und beliebt ist 585er Gold, bei dem durch die Legierung mit Silber und Kupfer die Härte und der Abrieb erhöht werden, die Dehnbarkeit ist gering und die Korrosionsbeständigkeit gut.

333er Gold ist die niedrigste Goldlegierung auf dem Markt. Die daraus hergestellten Schmuckstücke sind robuster als höhere Legierungen und deutlich preiswerter. In Deutschland wird 333er Goldschmuck angeboten, während diese Legierung künftig nach einer noch nicht verabschiedeten EU-Richtlinie als „goldhaltiges Metall“ bezeichnet werden soll. In der Schweiz darf Schmuck mit einem Goldanteil von 333/1000 nicht als Goldschmuck angeboten werden.

Punzierung von Goldlegierungen

Unter einer Punzierung versteht man eine Prägung, zum Beispiel bei Edelmetallen. Diese Prägung ist klein und an einer verborgenen Stelle. Mit diesem Stempel wird der Feingehalt von Edelmetallen angegeben. Eine Punzierung ist in Deutschland geläufig, aber nicht zwingen vorgeschrieben. Formen und Art der Punzierung unterscheiden sich von Land zu Land.

Folgende Stempel sind auf Goldlegierungen zu finden:

Stempel Stempel Stempel
333 8 33,3
375
585
9
14
37,5
58,5
750 18 75,0
833 20 83,3
900
916
22 90,0
91,6
986
999
24 98,6
99,9

Herstellung einer Goldlegierung

Als Goldlegierung wird eingeschmolzenes Gold bezeichnet, dem zusätzlich andere Metalle beigemengt werden. Es gibt mehrere Gründe dafür:
1. Damit Gold für Schmuckherstellung leichter zu bearbeiten ist. Durch gezielte Beigaben können Härte, Formbarkeit und Schmelzpunkt verändert werden.
2. Durch Legierung kann auch die Farbe von Gold verändert werden.
3. Um Kosten zu sparen, werden auch kostengünstigere Metalle beigemengt.

Um das bestmögliche Ergebnis mit Legierung zu erzielen ist viel Feingefühl von Goldschmied gefragt.

Titan Gold Legierung

Da Titan hohe Temperaturen aushaltet und sehr hart eignet es sich für viele Anwendung. Es ist sehr beliebt bei der Herstellung von Trauringe. Da reines Titan alleine nicht geeignet ist wird es mit Gold gemischt. Die Titan Gold Legierung wird auch bei der Herstellung Medizintechnik verwendet.

Gold Silber Legierung

Die Gold-Silber-Legierung ist aufgrund ihrer kostengünstigen Silberkomponente eine häufig gewählte Option in der Elektronikindustrie. Die Verwendung von Silber anstelle von Gold in dieser Legierung ermöglicht es, elektronische Komponenten wirtschaftlicher herzustellen, ohne dabei auf die notwendigen elektrischen und technischen Eigenschaften zu verzichten. Dies macht sie zu einer bevorzugten Wahl für verschiedene elektronische Anwendungen und Geräte.